Heinrich von Kleists Lebensspuren (LS 523e)

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Heinrich von Kleists Lebensspuren. Dokumente und Berichte der Zeitgenossen. Neu herausgegeben von Helmut Sembdner. München 1996. [In der Kleist-Literatur üblicherweise mit der Sigle LS und laufender Nummer zitiert.]


Johann Benjamin Erhard an Johann Karl Osterhausen (Berlin, 26. Nov. 1811)

Diese Frau konsultierte mich vor drei Jahren über eine unheilbare Krankheit, die sie auf die Äußerung eines Arztes haben sollte; ich fand die Sache nicht so schlimm, gab ihr Mittel, und glaubte sie so weit hergestellt, worüber ich auch Professor Froriep, der damals hier war, konsultierte, daß sie nichts zu befürchten hätte; der Mann aber, der eine Abneigung gegen sie bekam, entzog sich ihr, behandelte sie aber mit Achtung. Sie war eine sehr gebildete Frau, vielleicht verbildet, und schien sich in ihr Schicksal zu finden. Da ich sie nun seit Neujahr 1810 nicht mehr besucht habe, so kann ich von ihrem körperlichen Zustande nichts sagen, sie sahe aber sehr wohl aus. An diesem Herrn von Kleist fand sie einen geliebten Freund, der zu ihrer Schwärmerei paßte, der in schlechten Umständen war, und sie beschlossen miteinander zu sterben. … Daß dieser Kleist ein verschrobener Kopf war, kannst Du aus einem Trauerspiel von ihm »Käthchen von Heilbronn« sehen.

(Sembdners Quelle: Varnhagen von Ense, K. A.: Biographische Denkmale. 3., vermehrte Aufl., Bd. 10, Leipzig 1874, S. 203)


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