Heinrich von Kleists Lebensspuren (LS 426b)

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Heinrich von Kleists Lebensspuren. Dokumente und Berichte der Zeitgenossen. Neu herausgegeben von Helmut Sembdner. München 1996. [In der Kleist-Literatur üblicherweise mit der Sigle LS und laufender Nummer zitiert.]


Geh. Staatsrat Sack an Friedrich Wilhelm III., 24. November 1810

Auf Euer Königlichen Majestät Befehle vom 18ten d. M. habe ich sogleich … das hiesige Polizei-Präsidium instruirt, mit der Censur der hieselbst erscheinenden Flugblätter zwar vor der Hand in dem bisherigen Geschäftsgange fortzufahren, mir aber in jedem einzelnen Fall, wo ein Aufsatz vorkömmt, welcher die Tendenz der Kritik über öffentliche Anordnungen und Staatseinrichtungen klar verräth, oder Anspielungen dieser Art enthält, oder auch jener Tendenz nur verdächtig ist, denselben vor dem Abdruck zur eigenen Ansicht vorzulegen …

Übrigens erlaube ich mir die allerunterthänigste Bemerkung, ob es nicht sehr nützlich sein dürfte, von Zeit zu Zeit und abwechselnd in die gelesensten öffentlichen Blätter ohne offiziellen Character Aufsätze einrücken zu lassen, um das große Publikum theils über die Absichten Ew. Königlichen Majestät und über die wahren Gründe Höchstdero Einrichtungen zu belehren, theils dasselbe auf die Folgen der letzteren vorzubereiten?

(Sembdners Quelle: Grathoff, Dirk: Die Zensurkonflikte der »Berliner Abendblätter«. In: Klaus Peter u. a., Ideologiekrit. Studien z. Literatur, Essays I, Frankf./M. 1972, S. 155-168 (Anhang))


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