Heinrich von Kleists Lebensspuren (LS 419)

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Heinrich von Kleists Lebensspuren. Dokumente und Berichte der Zeitgenossen. Neu herausgegeben von Helmut Sembdner. München 1996. [In der Kleist-Literatur üblicherweise mit der Sigle LS und laufender Nummer zitiert.]


Spenersche Zeitung. Berlin, 25. Oktober 1810

Über die angeblich bereits erfundene Direktion der Luftbälle

In dem 13. Stück der Berliner Abendblätter, und wiederholt im Extrablatte des 14. Stückes, ist die unbedingte Behauptung [von Kleist] aufgestellt: »Die Kunst, den Luftball auf ganz leichte und naturgemäße Weise, ohne alle Maschinerie zu bewegen, sei bereits (durch Hrn. Garnerin) erfunden worden.« … Es ist in unsern Zeiten nichts Ungewöhnliches, aus manchen Gegenden der Welt die kühnsten Behauptungen des Wissens und Wollens hervortreten zu sehn. Sie erscheinen wie unumstößliche Axiomen und Maximen. Der ursprüngliche, arglose, achtungswerte Wahrheitssinn der Deutschen glaubt und folgt in den mehrsten Fällen dem imposanten Schalle hochklingender, aber trügerischer Terminologien neuer und unverschämter Lehren, oder stützt sich auf erdichtete oder scheinbar herausgeputzte Fakta. Werden beide in einfache, klare Sprache übersetzt, oder nach bestimmten und zuverlässigen Angaben von Zeit, Ort, Maß und Zahl analysiert, so geben sie zur letzten Ausbeute - Wind.

(Sembdners Quelle: Berlinische Nachrichten von Staats- und gelehrten Sachen. (Spenersche Zeitung))


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