Heinrich von Kleists Lebensspuren (LS 312a)

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Heinrich von Kleists Lebensspuren. Dokumente und Berichte der Zeitgenossen. Neu herausgegeben von Helmut Sembdner. München 1996. [In der Kleist-Literatur üblicherweise mit der Sigle LS und laufender Nummer zitiert.]


Biographie Rühle von Liliensterns (1847)

Es wird vielleicht niemals gelingen, den Schleier, welcher über den geheimen politischen Bewegungen in Deutschland während der Zeit von 1807 bis 1813 ruht, vollständig zu heben. Der Tugendbund ist offenbar nur ein einzelner, dadurch bekannter gewordener Verein, daß er sich im Volke selbst verbreitet hatte. Seit dem Sturz des preußischen Staats war aber auch in den höchsten Regionen Deutschlands die notwendige Energie erwacht, um sich von der Napoleonischen Tyrannei zu befreien. Herzog Karl August von Weimar war, im edelsten Sinne des Worts, zu sehr deutscher Fürst, um dieses Ziel nicht durch wirksames Eingreifen und passende Vorbereitungen aufs kräftigste zu verfolgen. … Neben Stein, Müffling und anderen gehörte nun auch Rühle zu den Organen, welche in der Entwickelung der genannten Pläne und Verhältnisse eine Rolle spielten, und wahrscheinlich noch mehr spielen sollten, als es das Resultat des Krieges von 1809 gestattete. Mitglied des Tugendbundes war derselbe hingegen nicht, da einer der Kardinalsätze dieses Vereins seinen Ansichten widersprach.

(Sembdners Quelle: (Gerwien, Major:) General-Lieutenant Rühle von Lilienstern. E. biograph. Denkmal. Beiheft z. Militär-Wochenblatt f. d. Monate Oktober-Dezember. Berlin 1847, S. 137)


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