Heinrich von Kleists Lebensspuren (LS 236a)

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Heinrich von Kleists Lebensspuren. Dokumente und Berichte der Zeitgenossen. Neu herausgegeben von Helmut Sembdner. München 1996. [In der Kleist-Literatur üblicherweise mit der Sigle LS und laufender Nummer zitiert.]


Miszellen für die Neueste Weltkunde. Aarau, 23. März 1808

Phöbus vor allen zog mich zuerst durch sein Strahlenkleid an. Ich merkte wohl, der Gott habe Geist, selbst Genialität in seinem Wesen, was göttliche Abkunft immer am schönsten verbürgt; aber wenig innere Kraft, denn er erzählte aller Welt mit vieler Naivetät, daß er sich der Unterstützung Goethes freue; ja nicht einmal der Unterstützung, sondern nur der Empfehlung. Übergroße, göttliche Bescheidenheit! … Die Maske sprach übrigens in sehr preziösen Ausdrücken viel von Kunst; die Kunstwerke, welche sie mir aber zeigte, waren tief unter den Idealen ihrer Theorie.

(Sembdners Quelle: Miszellen für die Neueste Weltkunde. Hrsg. v. Heinrich Zschokke. Aarau 1808)


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