Heinrich von Kleists Lebensspuren (LS 214)

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Heinrich von Kleists Lebensspuren. Dokumente und Berichte der Zeitgenossen. Neu herausgegeben von Helmut Sembdner. München 1996. [In der Kleist-Literatur üblicherweise mit der Sigle LS und laufender Nummer zitiert.]


[Zschokke.] Miszellen für die Neueste Weltkunde. Aarau, 16. Januar 1808

Aus Deutschland. Die eine [neue Zeitschrift] soll in Wien erscheinen, von dem dramatischen Dichter D. Stoll und dem geistvollen Freiherrn Leo von Seckendorff redigiert. Sie wird den Titel Prometheus führen. - Die andere soll in Dresden erscheinen, wo Heinrich von Kleist und Adam H. Müller sich zu einem Kunstjournal Phöbus verbunden haben. H. v. Kleist, der glückliche Erbe eines in deutscher Literatur herrlichen Namens, hat sich schon durch einige genialische Produkte als einer der hoffnungsvollsten Dichter für die Bühne angekündet. Bisher herrschten seine Vorbilder, Shakespeare und Sophokles, noch zu mächtig über ihn. Sein Geist wird sich der Vormundschaft entreißen, und zur Eigentümlichkeit zurückkehren. Auch auf seine Verhältnisse hatte der traurige Krieg die bösesten Einflüsse. Er war bei der Kammer zu Königsberg in Preußen angestellt, nachher als Staatsgefangener ins Fort de Joux bei Neufchatel geführt, ohne daß sich ein Grund dazu denken ließ, und genießt erst seit einigen Monaten wieder seine Freiheit.

(Sembdners Quelle: Miszellen für die Neueste Weltkunde. Hrsg. v. Heinrich Zschokke. Aarau 1808)


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