Heinrich von Kleists Lebensspuren (LS 196)

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Heinrich von Kleists Lebensspuren. Dokumente und Berichte der Zeitgenossen. Neu herausgegeben von Helmut Sembdner. München 1996. [In der Kleist-Literatur üblicherweise mit der Sigle LS und laufender Nummer zitiert.]


G. H. Schubert, Selbstbiographie (1855)

Nun war es zwar allerdings so, wie jene Freunde meinten, ich hatte mich aus ganz besonderer Vorliebe mit den Gegenständen, über die ich jetzt öffentlich sprechen sollte, beschäftigt, hatte wohl all das Wichtigere gelesen, das über den animalischen Magnetismus und die von ihm hervorgerufenen Erscheinungen bis dahin geschrieben und bekanntgeworden war, hatte mich auch in alten und neuen Schriften fleißig nach dem umgesehen, was darin über Vorahndungen wie über magisches Ferngesicht zu finden war. Auch manche mündlich mir mitgeteilten sowie einige eigene Erfahrungen kamen mir dabei zustatten. Und wenn ich mit Adam Müller und seinen Freunden allein, oder mit ihnen im Kreise einer adeligen Familie aus Polen [v. Haza] mich befand, bei welcher Müller wohnte, da konnte ich so ohne Scheu und so fertig über solche Dinge sprechen, daß es mir selber, und nach meinem Bedünken auch den andern eine Freude war. Denn namentlich für Kleist hatten Mitteilungen dieser Art so viel Anziehendes, daß er gar nicht satt davon werden konnte und immer mehr und mehr derselben aus mir hervorlockte; auch hatten einige seiner Freunde unter meiner Anleitung einen Versuch mit dem Mesmerismus gemacht, wobei sich jedoch keine der gehofften und gewünschten »wunderbaren« Erscheinungen zeigen wollte.

(Sembdners Quelle: Schubert, Gotthilf Heinrich (v.): Der Erwerb aus einem vergangenen und die Erwartungen von einem zukünftigen Leben. E. Selbstbiographie. Bd. 2, 1. Abt., Erlangen I855, S. 228)


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