Heinrich von Kleists Lebensspuren (LS 118)

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Heinrich von Kleists Lebensspuren. Dokumente und Berichte der Zeitgenossen. Neu herausgegeben von Helmut Sembdner. München 1996. [In der Kleist-Literatur üblicherweise mit der Sigle LS und laufender Nummer zitiert.]


Überlieferung (Bülow 1848)

Ein Streit über Sein und Nichtsein führte die Katastrophe herbei. Kleist rannte im Zorne hinweg, blieb lange aus und fand, als er endlich heimkehrte, ein Billett von Pfuel vor, aus dem hervorging, daß er unterdes ausgezogen war, und ihn in der Wohnung allein gelassen hatte.

In seiner darüber entstandenen Verzweiflung an sich und der Welt verbrannte Kleist alle seine Papiere, und vernichtete die Tragödie zum drittenmale, welche er mit so besonderer Vorliebe ausgearbeitet hatte. Es ist möglich, daß darunter auch die beiden Dramen: Peter der Einsiedler und Leopold von Östreich waren, die er jetzt in Paris, in Shakespearschem Stile geschrieben haben soll, und von denen mir Herr von Rühle, aus der Erinnerung, einen Teil des Plans erzählte. Tieck sagt dagegen nur: Kleist habe 1804 in Dresden eine Tragödie über den Fall von Östreich schreiben wollen, aber nicht geschrieben. … [LS 121a]

(Sembdners Quelle: Bülow, Eduard v.: H. v. Kleists Leben und Briefe. Berlin 1848, S. 40)


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