Heinrich von Kleists Lebensspuren (LS 241): Unterschied zwischen den Versionen

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''(Sembdner, Helmut: Kleist und Falk. Zur Entstehungsgeschichte von Kleists »Amphitryon«. In: Jahrb. d. Dt. Schillerges. 1969, S. 361-390 (Sembdner, Helmut: I[n] S[achen] K[leist], S. 23-50). – Witte, Ernst: Falk und Goethe. Diss. Rostock 1912, S. 53)''
  
 
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Aktuelle Version vom 10. Dezember 2013, 15:58 Uhr

Heinrich von Kleists Lebensspuren. Dokumente und Berichte der Zeitgenossen. Neu herausgegeben von Helmut Sembdner. München 1996. [In der Kleist-Literatur üblicherweise mit der Sigle LS und laufender Nummer zitiert.]


Johannes Falk, Aufzeichnung (aus dem Nachlaß)

Wie Goethe sich irren konnte

Als der Wasserkrug vom Hr. v. Kleist sollte gegeben werden, rief die regierende Herzogin Hr. v. Müffling auf die Seite und frug ihn: ob er Hr. v. Kleist kenne, es werde nächsten Tages ein Stück von ihm gegeben werden, ein Lustspiel, wovon Goethe gesagt hatte: er müsse die Schauspieler im Spielen ordentlich einhalten und Pause machen lassen, damit die Zuschauer Zeit behielten sich auszulachen. Den folgenden Tag darauf, sagte die Prinzeß Caroline zu Hr. v. Müffling: »Wir sehen morgen ein Stück von Kleist. Ich freue mich sehr drauf. Es soll außer den Maßen vortrefflich sein.« Ich bin fest überzeugt daß es Goethen mit diesem Urteil vor der Aufführung des Stückes ein völliger Ernst war, er hatte sich durch die einzelnen blendenden Seiten, durch den genialen Humor des Wasserkrugs bestechen lassen. Kleist war wütend, als er erfuhr daß das Stück so durchgefallen sei. Er wollte Goethen fordern, sich mit ihm schießen usw. Man hatte ihm glaublich gemacht, Goethe habe absichtlich das Stück zu 3 Akten ausgesponnen, und es dadurch zum Fallen gebracht. Dieses falsche Gerücht fand um so eher Eingang bei Kleist, da Goethe ihm auf einen warmen höchst gemütvollen Brief, den er an ihn geschrieben, kein Wort, keine Silbe geantwortet hätte. Die Beschuldigung aber ist gewiß völlig grundlos. Von dem Tage der Aufführung des Wasserkrugs an, zeigte Goethe eine entschiedene Abneigung gegen alle Kleistischen Stücke - Kleist, in der falschen Voraussetzung, schrieb folgenden Aufsatz, den er an Hr. v. Müffling schickte, daß dieser ihn in das Morgenblatt, oder sonst wo sollte einrücken lassen. - - -

[Anmerkung Sembdner: »[Der Aufsatz fehlt!]«]

(Sembdner, Helmut: Kleist und Falk. Zur Entstehungsgeschichte von Kleists »Amphitryon«. In: Jahrb. d. Dt. Schillerges. 1969, S. 361-390 (Sembdner, Helmut: I[n] S[achen] K[leist], S. 23-50). – Witte, Ernst: Falk und Goethe. Diss. Rostock 1912, S. 53)


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