Heinrich von Kleists Lebensspuren (LS 72)

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Heinrich von Kleists Lebensspuren. Dokumente und Berichte der Zeitgenossen. Neu herausgegeben von Helmut Sembdner. München 1996. [In der Kleist-Literatur üblicherweise mit der Sigle LS und laufender Nummer zitiert.]


Zschokke, Erinnerungen an Aloys Reding (1833)

Als ich eines Tages Freunde bei mir zum Abendessen hatte, die nichts weniger, als in Politik hineingeben wollten – der Berner Oberst von Grafenried, der bei Neuenegg Sieger gegen die Franzosen gewesen war, Heinrich Geßner, der Sohn des Idyllendichters, Ludwig Wieland, sein Schwager, Sohn vom Sänger des Oberon, Pestalozzi, Professor Tralles, nachmals Akademiker in Berlin, Heinrich von Kleist, den Deutschland noch heute ehrt, Balthasar aus Luzern, der Bibliothekar, usw., überall keine gefährliche Gesellschaft – stellte man mir gradezu eine Polizeiwacht vor die Haustür, die aber zu nichts diente, als den fröhlichen Mutwillen meiner Gäste zu erhöhen, und die nicht eher vom Posten wich, bis wir um Mitternacht auseinander gingen.

(Sembdners Quelle: Zschokke, Heinrich: Erinnerungen an Aloys Reding. Prometheus, e. Zeitschr. in zwanglos. Heften. Bd. 3, Aarau 1833, S. 115f.)


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