Heinrich von Kleists Lebensspuren (LS 67b)

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Heinrich von Kleists Lebensspuren. Dokumente und Berichte der Zeitgenossen. Neu herausgegeben von Helmut Sembdner. München 1996. [In der Kleist-Literatur üblicherweise mit der Sigle LS und laufender Nummer zitiert.]


Nach Zschokkes Erzählung (Münch 1831)

Mit vieler Laune hat Zschokke seinen späten Freunden noch oft erzählt, wie Ludwig Wieland, der nicht das mindeste Talent zum Tragöden, sondern vielmehr ein launig-humoristisches hatte, wie sein nochmaliges Leben deutlich bewies, unaufhörlich mit der Idee umging, er sei dazu bestimmt, ein großer Trauerspiel-Dichter zu werden; Heinrich Kleist aber sich anstrengte, witzige und lustige Komödien zu verfassen. Das Unglück wollte, daß die Gesellschaft, worin die Corpora delicti mitgeteilt wurden, über die Trauerspiele Wielands sich halb tot lachte, und über die Lustspiele Kleists sich halb tot gähnte, was beide denn oft nicht wenig verdroß.

(Sembdners Quelle: Münch, Ernst: Heinrich Zschokke, geschildert nach s. vorzüglichst. Lebensmomenten u. s. Schriften. Suppl. Bd. zu H. Zschokkes ausgew. Schriften. Haag 1831, S. 17f.)

[Anmerkung Sembdner: »Münch legt diese Schilderung irrtümlich in Zschokkes Dozentenzeit in Frankfurt a. d. Oder, 1792-95, und setzt hinzu: ›Die drei Freunde trafen sich nach Beendigung der schweizerischen Revolution zu Bern wieder.‹«]


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