Heinrich von Kleists Lebensspuren (LS 570)

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Heinrich von Kleists Lebensspuren. Dokumente und Berichte der Zeitgenossen. Neu herausgegeben von Helmut Sembdner. München 1996. [In der Kleist-Literatur üblicherweise mit der Sigle LS und laufender Nummer zitiert.]


Rainer Maria Rilke an Fürstin Marie von Thurn und Taxis-Hohenlohe (Paris, 27. Dezember 1913)

Ich ging als junger Mensch immer gern an sein Grab, damals wars noch eine Wildnis herum, obwohl die Bahn nahe vorübergeht, ein Kranz von der Sorma war dort, aber das Gitter rostete in Vergessenheit, der Ruhm hatte nicht nötig, sich darauf zu stützen, der stand frei. Zu jener Zeit schrieb ich (noch weiß ichs oder weiß es wieder) in mein Taschenbuch:

»Wir sind keiner klarer oder blinder,
wir sind alle Suchende, du weißt, -
und so wurdest du vielleicht der Finder,
ungeduldiger und dunkler Kleist …«

(Sembdners Quelle: Rilke, Rainer Maria: Briefe aus den Jahren 1907 bis 1914. Hrsg. v. R. Sieber-Rilke u. C. Sieber. Leipzig 1939, S. 333)


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