Heinrich von Kleists Lebensspuren (LS 521b)

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Heinrich von Kleists Lebensspuren. Dokumente und Berichte der Zeitgenossen. Neu herausgegeben von Helmut Sembdner. München 1996. [In der Kleist-Literatur üblicherweise mit der Sigle LS und laufender Nummer zitiert.]


Im Hause ihrer Eltern, in dem er [Kleist] verkehrte, hat sie ihn gesehen und gesprochen, und bis in ihre spätesten Jahre war ihr der merkwürdige, im Umgange schüchterne und scheue Mann lebendig und gegenwärtig geblieben. Es scheint, daß der Dichter eine Zuneigung zu der Mutter des früh entwickelten geistvollen Mädchens gefußt hatte, denn noch am Tage, bevor er mit Henriette Vogel die verhängnisvolle Reise antrat, war er bei Staegemanns erschienen und hatte die Mutter zu sehen verlangt. Er war abgewiesen worden und gegangen, um nicht zurückzukehren, und so oft die alte Frau später von jenem Tage erzählte, wurde ihre Stimme leiser, und sie neigte das Haupt - »wenn ich ihn angenommen hätte damals - wenn –«

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