Heinrich von Kleists Lebensspuren (LS 470)

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Heinrich von Kleists Lebensspuren. Dokumente und Berichte der Zeitgenossen. Neu herausgegeben von Helmut Sembdner. München 1996. [In der Kleist-Literatur üblicherweise mit der Sigle LS und laufender Nummer zitiert.]


Friedrich von Cölln, Briefe aus Berlin (Frühjahr 1811)

Eine auffallende Erscheinung ist auch die hohe Religiosität, welche man hier affektiert und der die Tagesblätter unausgesetzt huldigen. Ja ich hörte sogar neulich den Redakteur des sich zur Ruhe neigenden Abendblatt [Kleist] behaupten: der tiefe Sinn der Apokalypse scheine dem Zeitgeist zu entsprechen. Adam Müller, der berühmte Gesetzgeber, setzt die Kirche über die Regierung, und unser Erbadel ist ihm schon von Gott selbst eingesetztes religiöses Institut. Alles lebt in der Idee, von Fichte bis auf Heinrich von Kleist, den cidevant »Prometheus« [Phöbus], und nur der »Beobachter an der Spree« befaßt sich noch mit der gemeinen Wirklichkeit. Wehe der Religion, wo Religion Mode wird! -

(Sembdners Quelle: Gubitz, Friedrich Wilhelm: Erlebnisse. Nach Erinnerungen u. Aufzeichnungen. Bd. 1, Berlin 1868, S. 177f.


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