Heinrich von Kleists Lebensspuren (LS 469b)

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Heinrich von Kleists Lebensspuren. Dokumente und Berichte der Zeitgenossen. Neu herausgegeben von Helmut Sembdner. München 1996. [In der Kleist-Literatur üblicherweise mit der Sigle LS und laufender Nummer zitiert.]


[Gubitz.] Morgenblatt, 15. Juni 1811

Berlin, 22. Mai. Das Zentrum der neuen ästhetischen Schule, welches nach und nach hier einrückte, gedenkt eine feste Position zu nehmen, indem es sich zu einer Gesellschaft, von ihr ächt-christliche genannt, vereinte, und davon, ächt-unchristlich, alle Juden, auch getaufte, und alle Philister ausschloß. Die Gesellschaft hat Gesetze, - wie philistermäßig! - kommt zu einer bestimmten Zeit zusammen - wie philistermäßig! - um zu essen und zu trinken! - wie philistermäßig! - Was aber von ihr Philister genannt wird, erfahrt man in einer neuerlich erschienenen Broschüre [von Clemens Brentano]: Der Philister vor, in und nach der Geschichte. Eine scherzhafte - muß wohl heißen schmerzhafte Abhandlung, denn es ist darin - um mich eines ähnlichen Stiles zu befleißigen, - ein Ringen, Zwingen, Springen … und das ewige Fechten und Fichten mit Worten fachte dem Einsender während dem Lesen eine Unlust an, die durch widrige Bilder noch vermehrt wurde …

(Sembdners Quelle: Morgenblatt für gebildete Stände. Tübingen: Cotta 1811


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