Heinrich von Kleists Lebensspuren (LS 429)

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Heinrich von Kleists Lebensspuren. Dokumente und Berichte der Zeitgenossen. Neu herausgegeben von Helmut Sembdner. München 1996. [In der Kleist-Literatur üblicherweise mit der Sigle LS und laufender Nummer zitiert.]


Der Freimüthige. Berlin, 19. November 1810

In Nro. 243 des Nürnberger Journals steht Folgendes: »Man beschuldigt die Direktion des Berliner Theaters, sie achte auswärtige Bemerkungen nicht, und die Berliner Kritiker würden von ihr durch Freibillets und Geldsummen gewonnen.« Die Vossische Zeitungs-Expedition widerspricht dieser Unwahrheit (wie sie jenen Ausfall nennt) und versichert: daß sie für die Herren Rezensenten, die für sie arbeiteten, weder Freibillets noch Geldsummen erhalten hätte. Die Berliner Abendblätter erwidern darauf: daß diese Nachricht mit allgemeinem Vergnügen gelesen worden sei, daß es aber zu gänzlicher Rechtfertigung der lobpreisenden Theaterkritiken in den hiesigen Zeitungen notwendig geworden sei, daß auch die Herren Rezensenten selbst erklärten, sie hätten weder Freibillets noch Geldsummen erhalten. Uns dünkt aber, dies sei ganz unnütz; denn wir glauben, völlig überzeugt sein zu können, daß solche Rezensenten, wie in den hiesigen Zeitungen auftreten, unmöglich von irgendeiner Theaterdirektion in der Welt bestochen werden können. …

(Sembdners Quelle: Der Freimüthige, oder Berlinisches Unterhaltungsblatt für gebildete, unbefangene Leser. 1810. – Staengle, Peter: Kleists Pressespiegel. In: Berliner Kleist-Blätter 5/1992, S. 55)


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