Heinrich von Kleists Lebensspuren (LS 389b)

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Heinrich von Kleists Lebensspuren. Dokumente und Berichte der Zeitgenossen. Neu herausgegeben von Helmut Sembdner. München 1996. [In der Kleist-Literatur üblicherweise mit der Sigle LS und laufender Nummer zitiert.]


Luise Wieland an ihre Schwester Charlotte. Weimar, 19. April 1811

Ich weiß nicht, hast Du etwas von K[leist] gelesen? Ich habe ein Lustspiel von ihm hier aufführen sehen, welches aber gänzlich durchfiel. Diesen Winter bekam ich Gelegenheit, wieder ein Schauspiel, Käthchen von Heilbronn, und 3 Erzählungen von ihm zu lesen. Ich dächte, man könnte keinen von diesen seinen Wert absprechen, aber es kann sehr viel an alle getadelt werden, so wie viel fehlt, bis sie vollendet genannt werden könnten. Er ist aber einer von den ausgezeichneten poetischen Genien dieses Zeitalters, gegen die aber jeder vernünftige Mensch viel einzuwenden hat: hauptsächlich, daß sie selbst mit ihren Werken so vollkommen zufrieden sind - und größtenteils die verachten, die sich anmaßen, ein gescheites Urteil über sie zu fällen. -

(Sembdners Quelle: Seuffert, Bernhard: Kleist und Luise Wieland. Die Grenzboten, 1911 IV, S. 308-15)


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