Heinrich von Kleists Lebensspuren (LS 315b)

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Heinrich von Kleists Lebensspuren. Dokumente und Berichte der Zeitgenossen. Neu herausgegeben von Helmut Sembdner. München 1996. [In der Kleist-Literatur üblicherweise mit der Sigle LS und laufender Nummer zitiert.]


Decker an Major von Schack. Berlin, 24. April 1809

Da wir seit einiger Zeit die bestimmtesten und strengsten Anordnungen für die Zensur haben, mußte ich das kleine Poesiestück an Herrn [Polizei-]Präsidenten Gruner schicken, damit er es sähe und ihm die Druckerlaubnis gäbe. Er hat sie verweigert und mit Rotstift zwei Passagen [V. 6-8, 21f.] angestrichen. Die augenblicklichen Umstände machen es den Zensoren sehr schwer. Sie, mein Herr, könnten sich vielleicht durch Ihren Herrn Schwager [Graf v. d. Goltz] die Erleichterung zur Erlangung einer Druckerlaubnis für dieses Objekt verschaffen, wodurch ich gedeckt und von der Verantwortung befreit wäre; alsdann könnte der Druck sogleich erfolgen. … [französ.]

[Aktenvermerk: Auf Befehl Sr. Excellenz ad Acta.]

(Sembdners Quelle: Hoffmann, Paul: H. v. Kleists Ode »An Friedrich Wilhelm den Dritten«. (Privatdruck f. d. Bibliophilen-Abend) Berlin 1926)


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