Heinrich von Kleists Lebensspuren (LS 263)

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Heinrich von Kleists Lebensspuren. Dokumente und Berichte der Zeitgenossen. Neu herausgegeben von Helmut Sembdner. München 1996. [In der Kleist-Literatur üblicherweise mit der Sigle LS und laufender Nummer zitiert.]


[Anmerkung Sembdner: »Der junge Legationsrat Ernst Blümner begegnet am 30. Jan. 1808 im Körnerschen Hause Kleist als dem ›Verfasser des deutschen Amphytrion, der Familie Schroffenstein und einer der Herausgeber der neuen Zeitschrift Phoebus‹:«]

Ich habe keinen genügenden Anhalt, um ihn zu beurteilen, aber an diesem Abend erschien er mir als ein Mann von Geist, und der geistvoll ist, ohne es sein zu wollen und vielleicht ohne es zu wissen.

[Anmerkung Sembdner: »Außer Kleist und Pfuel ist auch Rühle von Lilienstern dort anwesend:«]

Voriges Jahr habe ich ihn [Rühle] in demselben Hause gesehen, niedergedrückt von den Niederlagen und der Unehre der preußischen Waffen, sehr bescheiden, in demütiger Haltung, nur über Dinge redend, die ihm bekannt waren, ganz beschäftigt mit dem Schicksal seines Buchs über den Feldzug des Prinzen Hohenlohe, einen sehr vorteilhaften Eindruck hervorrufend. Heute sah ich ihn wieder in seiner Eigenschaft als Begleiter des Prinzen Bernhard von Weimar, bekleidet mit dem Titel Major und dem Kammerherrnschlüssel, gut angezogen, groß und fett, viel sprechend und mit Sicherheit über Dinge, von denen er nichts wußte, und sich als Persönlichkeit gebärdend.

(Sembdners Quelle: Bäte, Ludwig: Zwischen Klassik und Romantik. Aus unveröff. Briefen u. Tagebüchern e. dt. Geschlechts. Kölnische Zeitung, 12. April 1937. – Weiss, Hermann E: Unveröffentlichte Zeugnisse zu Heinrich von Kleists Dresdener Jahren aus den Nfchlässen Ernst und Heinrich Blümners. In: Euphorion 89/1995, S. 12)


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