Heinrich von Kleists Lebensspuren (LS 169)

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Heinrich von Kleists Lebensspuren. Dokumente und Berichte der Zeitgenossen. Neu herausgegeben von Helmut Sembdner. München 1996. [In der Kleist-Literatur üblicherweise mit der Sigle LS und laufender Nummer zitiert.]


Christian Gottfried Körner an Verleger Göschen in Leipzig. Dresden, 17. Februar 1807

Vorjetzt bitte ich Sie um baldige Antwort auf eine Anfrage, wozu mich ein merkwürdiges poetisches Produkt veranlaßt, das ich hier im Manuskript gelesen habe. Herr von Kleist, Verfasser der Familie von Schroffenstein und ehemals preußischer Offizier, hat einen Amphitryon in Jamben gemacht, der sich besonders durch den Schwung und die Hoheit auszeichnet, womit die Liebe Jupiters und der Alkmene dargestellt ist. Auch ist das Stück reich an komischen Zügen, die nicht von Plautus oder Molière entlehnt sind. Der Verfasser ist jetzt als Gefangener in eine französische Provinz gebracht worden, und seine Freunde wünschen das Manuskript an einen gutdenkenden Verleger zu bringen, um ihm eine Unterstützung in seiner bedrängten Lage zu verschaffen.

Adam Müller, der hier über deutsche Literatur Vorlesungen gehalten hat, will die Herausgabe besorgen, und noch einige kleine Nachlässigkeiten im Versbau verbessern. Von ihm habe ich das Manuskript erhalten. Der Verfasser dieses Stückes hat noch zwei andere größtenteils geendigt, wovon sich viel erwarten läßt. Wären Sie geneigt, das Manuskript zu nehmen, so schreiben Sie mir bald Ihre Erklärung.

(Sembdners Quelle: Jonas, Fritz: Christian Gottfried Körner. Biogr. Nachrichten über ihn u. s. Haus. Berlin 1882, S. 142f.)


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