Heinrich von Kleists Lebensspuren (LS 138a)

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Heinrich von Kleists Lebensspuren. Dokumente und Berichte der Zeitgenossen. Neu herausgegeben von Helmut Sembdner. München 1996. [In der Kleist-Literatur üblicherweise mit der Sigle LS und laufender Nummer zitiert.]


Überlieferung (Bülow 1848)

Wen Kleist einmal als seinen Freund erkannt hatte, den liebte er mit unbegrenzter Hingebung, und so mußte es, in diesen Studienjahren, den fürchterlichsten Eindruck auf ihn machen, als einer seiner nächsten Freunde [Schlotheim] es vergebens versucht hatte, sich durch einen Pistolenschuß das Leben zu nehmen, und mit entstelltem Gesichte vorgefunden worden war. Er hatte bei dieser Gelegenheit mit einem anderen Freunde [Pfuel] ein sehr merkwürdiges Gespräch über den Selbstmord und schrieb dem Unglücklichen einen schönen, herzergreifenden, wie es leider scheint verloren gegangenen Brief über das Sündhafte einer solchen feigen Tat. In bezug darauf teilte ein dritter Freund Kleists ihm im Jahre 1804 [1805?] eine Äußerung des Dr. Gall mit: daß wer einmal diese Geistesrichtung habe, derartige Versuche in der Regel wiederholen müsse. [LS 32a]

(Sembdners Quelle: Bülow, Eduard v.: H. v. Kleists Leben und Briefe. Berlin 1848, S. 12)


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