Heinrich von Kleists Lebensspuren (LS 120)

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Heinrich von Kleists Lebensspuren. Dokumente und Berichte der Zeitgenossen. Neu herausgegeben von Helmut Sembdner. München 1996. [In der Kleist-Literatur üblicherweise mit der Sigle LS und laufender Nummer zitiert.]


Karl Bertuch, Tagebuch. Paris, November 1803

3. Nov. [Nach einem Theaterbesuch:] Ich deckte Madam W[erdeck]s Rückzug durch das Foyer, wir wanderten nach dem Café de mille Colonnes, und tranken bis nach 11 Uhr Tee. Herr v. Pfuhl, Werdecks Reisegefährte durch die Schweiz, der die preuß. Militärdienste quittiert hat, und einige Zeit hier leben will, war von der Partie. Sein Gefahrte v. Kleist, ein exaltierter Kopf, war heimlich nach St. Omer gereist, um sich bei der Descente [Landung] mit anwerben zu lassen. Man kann ihn aber wegen der Verhältnisse mit Preußen nicht nehmen.

4. Nov. Ich treffe Pfuhl. Eine närrische Mischung von Gutmütigkeit und Wildheit.

18. Nov. … bei Ad[olphine] v. W[erdeck] Hn. v. Kleist und Pful - Kleist, Verfasser der Familie Schroffenstein, überspannter Mensch, war preuß. Lieutenant, hat quittiert und wird in einigen Tagen als Gemeiner in französische Dienste in St. Omer treten.

24. Nov. Der Schnorrer Kleist fort.

(Sembdners Quelle: Kreutzer, Hans Joachim: (Rez.) H. v. Kleists Lebensspuren, H. v. Kleists Nachruhm, Kleist-Bibliographie 1803-1862, hrsg. von H. Sembdner. Euphorion, 1968, S. 201 f.)

[Anmerkung Sembdner: »Jener Kleist, der später in Bertuchs Pariser Tagebuch von 1804 mehrfach erwähnt wird, ist mit Heinrich v. Kleist vermutlich nicht identisch.«](


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