Heinrich von Kleists Lebensspuren (LS 107d)

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Heinrich von Kleists Lebensspuren. Dokumente und Berichte der Zeitgenossen. Neu herausgegeben von Helmut Sembdner. München 1996. [In der Kleist-Literatur üblicherweise mit der Sigle LS und laufender Nummer zitiert.]


Fouqué an Prinzessin Wilhelm von Preußen (Dresden 1822)

Auf dem ehemaligen Wall, über dem Zwinger, zieht sich ein herrlicher Baumgang hin, und ist gottlob bei aller sonstigen Zerstörung unverletzt geblieben. Ein Springbrünnlein rieselt dort aus großem, steinumfaßten Becken, und rieselte mir in den feierlichen Schatten vor nun schon neunzehn Jahren manche erst seitdem zur deutlichen Sprache gekommne Dichtung in die Jünglingsseele, - auch wohl manche seitdem erfüllte Ahnung noch sonst. Hier saß ich jetzt wieder in sehr ernsten Träumen, wo ich damals mit dem jetzigen General von Pfuel (in Koblenz) und dem nun verewigten Heinrich von Kleist gewandelt war. Wir Jünglinge damals, so einig und so uneinig! Wie verschieden seitdem unsre Bahnen! Wie so ganz anders für jeden, als wir sie damals selbst uns dachten. -

(Sembdners Quelle: Darmstadt: Fischbacher Archiv im Hessischen Staatsarchiv. – Sembdner, Helmut: Fouqués unbekanntes Wirken für H. v. Kleist. Jahrb. d. Dt. Schillerges. 1958, S. 111 (Sembdner, Helmut: I[n] S[achen] K[leist], S. 206-226))


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